Kurz vor acht Uhr begaben wir uns in den Bungalow der 7. Klasse. Als wir das Klassenzimmer betraten, blickten uns 26 erwartungsvolle Augenpaare entgegen, die mit Neugier jede unserer Handlungen beobachteten, während wir den Beamer anschlossen und die iPad für die bevorstehende Schulstunde vorbereiteten. Trotz der frühen Morgenstunde war es bereits warm im Raum und die Luftfeuchtigkeit näherte sich den 80 Prozent. Im Zimmer war es mucks Mäuschen still, als uns die Schulleitung vorstellte.

Dies änderte sich jedoch schnell und die Aufregung wuchs, als jedes Kind und auch die Lehrpersonen ein eigenes iPad erhielten, aufklappten und auf den Tisch stellten. Die anfängliche Scheu wich schnell der Faszination, als die Kinder begannen, über den Screen zu wischen und ihre erste App zu öffnen.

Im Laufe der Woche hatten wir das Vergnügen, mit allen Klassen von der dritten bis zur siebten Stufe zu arbeiten und gemeinsam auf dem iPad zu zeichnen und zu gestalten. Nach der Erstellung eines eigenen Zeichenordners in der App “Sketches School” ging es bereits an das kreative Experimentieren und Ausprobieren der unterschiedlichen Werkzeuge und Möglichkeiten des Programms. Bereits beim Ausprobieren waren wir begeistert von der Kreativität der Kinder. Im Handumdrehen entstanden Bilder von exotischen Pflanzen, Blumen und Tieren. Es war faszinierend zu beobachten, wie intuitiv die Kinder mit dem iPad umgingen, wie sie schnell an Sicherheit gewannen, neue Funktionen entdeckten und sich gegenseitig unterstützten. So vertieft waren sie in ihre Zeichnungen, dass die Stille im Raum nur gelegentlich von einem fröhlichen "Teacher! Teacher!" durchbrochen wurde, wenn ein Kind unsere Hilfe suchte.

Nach dem Erstellen des ersten Kunstwerkes sollten die Kinder ein Selbstporträt mit Hilfe eines selbst aufgenommenen Fotos zeichnen, das sie in der App einfügen und nachzeichnen konnten. Kaum öffneten sich die Kameras auf dem iPad stieg die Begeisterung im Klassenzimmer. Die Kinder knipsten freudig Foto um Foto von sich selbst, ihren Lehrpersonen oder ihren Klassenkameradinnen und Kameraden und konnten kaum genug davon bekommen. Es wurde gekichert und gelacht, Frisuren gerichtet und vor der Kamera posiert. Viele der Kinder sehen sich selbst im Alltag kaum, da sie keine Spiegel besitzen. Das Aufnehmen von Selfies und das Anschauen der Fotos von sich selbst war für viele Kinder daher ein aussergewöhnliches Erlebnis.

Die Zeit verging stets wie im Flug und nach einer Präsentation und Würdigung der entstandenen Kunstwerke ging es bereits an das Schliessen der App und das Reinigen der iPad, bevor diese den Weg in die nächste Klasse fanden.

Die Momente im Klassenzimmer mit den Kindern waren einzigartige Höhepunkte unserer Reise nach Kambodscha, die uns tief berührten. Die Freude und Dankbarkeit in den Gesichtern der Kinder und ihr strahlender Blick erwärmten uns jedes Mal das Herz. Wir sind zutiefst dankbar, dass wir diese unvergesslichen Momente mit ihnen teilen durften.