Analoges & digitales zeichnen – mit Lehrpersonen im Digital Comic Lab

Am Mittwochabend, 24. September 2025, öffnete das Cartoonmuseum Basel seine Türen für einen besonderen Anlass: In Partnerschaft mit DQ Solutions lud das Museum zum Digital Comic Lab. In seiner bereits zweiten Durchführung bot das Event die Gelegenheit, die Ausstellung «Alison Bechdel, The Essential» zu besuchen und selbst kreativ zu werden. Rund 25 Teilnehmende nutzten die Möglichkeit, Kunst, Technik und Bildung auf inspirierende Weise miteinander zu verbinden.

Eintauchen in Bechdels Welt

Kuratorin und Museumsdirektorin Anette Gehrig führte die Gäste in zwei Gruppen durch die Ausstellung. Sie eröffnete einen Blick auf das Werk der bekanntesten queeren Comic-Künstlerin der USA, Alison Bechdel.

Während eine Gruppe zeichnete, besuchte die andere die Ausstellung – danach wurde gewechselt. So erlebten wir als Teilnehmende beides: das Eintauchen in Bechdels Welt und das eigene Ausprobieren mit Stift und Tablet.

Alison Bechdel, die mit ihrer Graphic Novel Fun Home weltweit bekannt wurde, verbindet in ihren Arbeiten autobiografische Geschichten, gesellschaftliche Fragen und feine psychologische Beobachtungen. Ihr Werk reicht von den frühen Comicstrips Dykes to Watch Out For über den viel zitierten «Bechdel-Test»- bis hin zu ihrer neuesten autofiktionalen Graphic Novel Spent.

Anette Gehrig verstand es, die komplexen Themen in einen erzählerischen Fluss zu bringen. Sie zeigte, wie Bechdel ihre Technik von analoger Tuschezeichnung hin zum digitalen Arbeiten entwickelte. So verband sich in den Räumen des Museums das Persönliche der Künstlerin mit ihrem gesellschaftlichen Diskurs – und das analoge Zeichnen mit dem Digitalen, das später im Workshop aufgegriffen wurde.

Vom Papier ins Digitale

Im obersten Stockwerk wartete das Atelier – ein Raum voller Stifte, Papier und iPads. Dort empfing die Illustratorin und Kunstvermittlerin Malin Widén die Teilnehmenden zu ihrem Workshop.

Wir erhielten drei Kärtchen – für ein Adjektiv, das einen selbst beschreibt, eine besondere Fähigkeit und eine insgeheim gewünschte Superkraft. Diese Stichworte dienten als Vorlage für ein kleines Selbstporträt, das zunächst mit Stift auf vorbereitete Vorlagen gezeichnet wurde.

Der nächste Schritt: Die Zeichnungen wurden mit der App Procreate auf das iPad übertragen. Dort eröffneten sich digitale Möglichkeiten – Farben, Ebenen, Pinsel, Effekte. So verband Malin mit den Teilnehmenden die analoge mit der digitalen Welt.  

Solche Übungen lassen sich sicher ohne grossen Aufwand auch in ein Klassenzimmer übertragen – kreative Selbstreflexion, Einstieg ins bildnerische Erzählen und der Brückenschlag zwischen klassischem Zeichnen und digitalem Gestalten.

Inspiration im Prozess und im Austausch

Die Stimmung im Workshop war lebendig und konzentriert zugleich. Es wurde gelacht, experimentiert, ausgetauscht. Kreativität entsteht im Tun, im Spielen, im Miteinander.

Malin Widén gelang es, die Teilnehmenden dort abzuholen, wo sie standen: Anfänger:innen erhielten eine einfache Einführung, Fortgeschrittene konnten neue Werkzeuge und Techniken entdecken.

Beim abschliessenden Apéro wurden Eindrücke geteilt, Kontakte geknüpft und Gespräche geführt.


Résumé

Die Verbindung von Kunst und Technologie, von analoger Zeichnung und digitaler Gestaltung, hat inspiriert und Lust gemacht, mit vielseitigen Apps wie Procreate nicht nur zu experimentieren oder, sondern auch einfach loszuzeichnen.

Der Abend im Cartoonmuseum brachte also Kunstvermittlung, digitale Tools, Austausch und Gemeinschaft auf besondere Weise zusammen.


Für alle, die die Veranstaltung verpasst haben: Die Ausstellung «Alison Bechtel – The Essentials» läuft noch bis zum 26.10.2025 im Cartoonmuseum Basel.